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Erlöser-Kirche: Denk mal

So jung und schon ein Denkmal…..

1955 wurde der Grundstein für die „rote Kirche“ gelegt, wie man die Erlöser-Kirche Iserlohn damals wie heute in Wermingsen nennt als „Alteingesessener“.

Ende der 40-er und Anfang der 50-er Jahre nahm die Wohnbevölkerung in Iserlohn enorm zu.

Iserlohn konnte sich damals am ehesten Richtung Osten ausdehnen. Es entstanden neue Wohngebiete wie „Am Löbbeckenkopf“, „Am Steinhügel“, „Zur Sonnenhöhe“, entlang der Schlesischen Straße wurden etliche mehrgeschossige Miethäuser gebaut.

Die Kirchengemeinde wuchs mit den Zugezogenen. Zu einem Dorf gehört im Allgemeinen eine Kirche an markanter Stelle. Denn eine Kirche ist Heimat, gibt Geborgenheit. Das hat Jeder schon einmal erlebt, der im Urlaub, egal wo, eine Kirche betritt. Gerade für diese Neu-Iserlohner war es wichtig, endlich anzukommen, „Heimat“ zu spüren, wie sie sie aus ihrer Herkunft kannten.

Mitte und Ende der 50-er Jahre entstanden mehrere Kirchen in Iserlohn zu diesem Zweck.

Doch die Erlöser-Kirche Iserlohn war in ihrer Bauweise schon damals etwas Besonderes:

„Wie ein Dom“

Die „rote Kirche“ erhielt ihren Standort wie eine Marktkirche am Wiesengrund, umrahmt von parkähnlicher Landschaft. Ein wenig „gewöhnungsbedürftig“ ist sie für die Besucher oft beim ersten Eintreten. Ehrfurchtsvoll bleibt der Gast dann am Eingang stehen und schaut in gefühlt weiter Ferne auf den Altarbereich. „Wie ein Dom“ lautet oft der erste genannte Eindruck.

In der Tat war die Erlöser-Kirche für 1.000 Kirchbesucher konzipiert. Zunächst geht man durch die Grünanlagen, den Teich auf der rechten Seite entlang, dann eine breite, hohe Treppe hinauf über den Vorplatz auf den Haupteingang zu.

Beim Betreten fällt der Blick auf das große leere Kreuz auf dem Altar, das sofort den Blick nach oben verlangt.

Das Kreuz ist leer, denn die Antwort ist unmittelbar darüber im Kirchenfenster zu sehen:

Jesus ist auferstanden und zeigt sich als Erlöser, der Iserlohn aus seinen Ketten befreit hat.

Ehrfurchtsvoll nähert sich der Erst-Besucher dann dem Kircheninneren. Der rote Backsteinbau wirkt dunkel. Unterbrochen wird dieser Stil durch Betonskelettstreben in der Apsis. Es lösen sich mittelalterlicher Baustil und moderne Bauelemente in spielerischer und sich ergänzender Weise ab.

Üblich war die Ausrichtung der Kirche nach Osten- Richtung Jerusalem. Doch die Erlöser-Kirche wurde nach Süden ausgerichtet. So fällt zu Gottesdienstzeiten im Sommer wie Winter die Sonne durch die fünf farbigen Kirchenfenster und wärmt die Seele- unterstreicht und verstärkt damit die bildhaften Botschaften aus der Bibel.

 

Der Turm prägt das Umfeld

Die Erlöser-Kirche hat zudem einen Turm, der in seiner Achse ein wenig gedreht ist und dem Gotteshaus einen herausragenden Anblick aus der Grünanlage und von der Straßenkreuzung   verleiht. Er erinnert an den Campanile, den freistehenden Glockenturm, wie man ihn aus italienischer Architektur kennt. In den 50-er Jahren war Italien das Sehnsuchtsland auch für die Iserlohner Bevölkerung.

Der Entwurf des Architekten Boniver weckte und erfüllte mit seinem Bau die Sehnsucht und Wünsche der Wermingser Bewohner. Der Bau prägte das Stadtviertel und brachte die Stadtentwicklung Iserlohns zum Ausdruck. Und damit strahlte diese „rote Kirche“ weit über das sie umgebende entstehende „Dorf“ hinaus in die Stadt. Man identifizierte sich mit der Kirche und war stolz auf sie.

Das „Dorf“ Wermingsen mit seiner „Marktkirche“ an zentraler Stelle des Wohngebietes im Grünen fühlte sich selbständig und frei, bereit zu neuem Leben. Die Selbständigkeit liegt der Kirchengemeinde auch Jahrzehnte später noch am Herzen.

Das Lied „Tut mir auf die schöne Pforte“ wurde gesungen, während die Kirche erstmalig zur Eröffnung von innen aufgeschlossen wurde. Das war im Jahre 1957. Und so war es auch am 11. September 2022.

 

Tag des Denkmals

Denn am „Tag des Denkmals“ hatte sich Stadtbaurat Thorsten Grote aufgemacht in die Erlöser-Kirche. An diesem Tag überreichte er im Rahmen eines Gottesdienstes dem Hausherrn Pfarrer Dr. Gottfried Abrath die Denkmal-Plakette.  Unter Schutz gestellt und damit als erhaltenswürdig eingestuft würden „Gebäude, die für die Entwicklungsgeschichte und die Architektur wichtig sind“, so Grote in seiner Ansprache von der Kanzel. An diesem evangelischen Gotteshaus sei auch die Iserlohner Stadtgeschichte abzulesen, bedeutete Grote den Zuhörern. Der Denkmalschutz umfasse nicht nur das Innere und Äußere der evangelischen Erlöser-Kirche und ihr angrenzendes Gemeindehaus, sondern auch die gesamte Anlage außen herum mit dem Vorplatz und der breiten Treppe.

Seit dem Bau der Kirche hat es nur eine Änderung gegeben Anfang der 2000-er Jahre:

Das Kirchenschiff war auf seiner rechten Seite offen zum Gemeindesaal für die große Anzahl Kirchenbesucher. Hier wurde eine Mauer gebaut, um der Zugluft im Winter entgegen zu wirken und die Heizkosten zu begrenzen. 20 Jahre später wäre das ein naheliegender Gedanke. In puncto Heizung war die „Klima-Gemeinde“ Erlöser-Kirche Iserlohn schon damals sehr fortschrittlich.

Zum Tag des Denkmals hielt die Erlöser-Kirchengemeinde ihr Gotteshaus den ganzen Tag geöffnet zur Besichtigung. Eine 15-minütige durchlaufende Präsentation von Pfarrer Dr. Abrath gab Informationen zur Entstehung und Entwicklung des Gotteshauses und ihres Umfeldes.

Im Anschluss an den Gottesdienst luden die „guten Seelen des Kirchcafés“ an die liebevoll vorbereiteten Tische. Später kümmerten sich die Konfirmanden mit selbst hergestellter

Zitronen-Minze-Limonade um die Erfrischung der Besucher. Bis 18 Uhr war reges Kommen und Gehen. Viele Ehemalige, hier getauft und oder konfirmiert, kehrten zurück zu ihrer geistlichen Heimat.

Und es wurden Erlebnisse aus vielen Jahrzehnten berichtet, die es verdient hätten, gleich aufgeschrieben zu werden. Man spürte: Die „rote Kirche“ ist wirklich zur Heimat geworden, vermittelte sogleich wieder Geborgenheit und war in der Lebensgeschichte ihrer Besucher ein wesentlicher Baustein, denn hier wurde Leben begonnen mit der Taufe und gelebtes Leben zum Schluss verabschiedet. Die Menschen sind untrennbar mit „ihrer“ Erlöser-Kirche verbunden.

Verleihung der Plakette (Foto: Carsten Menzel/IKZ)
Presbyter Ralf-Micha zeigt: Da soll die Plakette angebracht werden (Foto: Bettina Pelters)

Text:  Bettina Pelters

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